Chronik

Vom Handballplatz zum Bremer Platz…

Wer beim Stichwort “Bremer Platz” nur an Bahnen, Busse und “B”arkhaus denkt, der hat das schönste Merkmal dieser Ecke übersehen: die Karnevalsgesellschaft “Bremer Platz”. Warum Münsters 22. Gesellschaft ausgerechnet auf einen Straßennahmen verfallen ist? Für den Ehrenpräsidenten Diethard Oeding keine Frage:

“Weil wir unsere Stammkneipe (Mutterhaus) am Bremer Platz haben und weil viele unserer Leute in dem Viertel angesiedelt sind”.

Die Wiege dieser Narrenvereinigung stand jedoch auf einem ganz anderen Platz – auf dem Sportplatz. Es war die Handballabteilung des TUS Saxonia, die 1957 das Bedürfnis hatte, mal ein zünftiges Karnevalsfest zu veranstalten. Mit dem Erfolg, dass die Narretei (mit aktiver Unterstützung der Altherren-Fußballabteilung) nach und nach den ganzen Verein erfasste, so das man 1961 sogar gezwungen war, zum Feiern aus dem Vereinsheim in den Saalbau Deitert zu wechseln.

Der nächste Wechsel hatte andere Gründe. .Als die – etwas älter gewordenen – Handballer von der Bühne abtraten (Oeding: ” Wir wollten zusammen bleiben”.) verlegte man das Hauptquartier vom Saxonen-Heim zum Brermer Platz , zunächst in die “Schlegelstuben”, später in die Gaststätte “Kimmina”.

Und was 1972 als lose “Karnevalsinteressengemeinschaft” begann, führe 1977 schließlich zur Gründung einer richtigen Karnevalsgesellschaft.

Allerdings haben die Narren vom Bremer Platz, deren rund 100 Mitglieder sich heute nicht mehr nur aus der alten Handballmannschaft und Geschäftsleuten vom Bremer Platz rekrutieren, damals auch ein Zugeständnis an das “Karnevalsestablishment” gemacht. “Ich glaube”, so erinnert sich Diethard Oeding lächelnd, “der Moses Janotta hat mir das mal beigebogen”, – das die Prinzengarde nicht gerade glücklich sei, wenn jetzt noch ein vereinseigener Extraprinz auftrete. Und so tauften die “Bremer-Platz-Narren” ihren Vereinsprinzen kurzerhand um in “Sessionsrepräsentant”.

Diese(r) jährlich wechselnde Närrin/Narr ist Jahr für Jahr als Botschafter des närrischen Frohsinns in Münster unterwegs, verteilt an verdiente Karnevalisten einen Sessionsorden und bringt den ein oder anderen Sitzungspräsidenten durch seinen Titel ins sprachliche Schleudern.

Die Beteiligung mit dem eigenen Wagen am Rosenmontagszug ist seit nun 20 Jahren selbstverständliche Karnevalspflicht und wird mit Freude wahrgenommen.

Die Veranstaltungen mit phantastischen Programmen erfreuen sich großer Beliebtheit bei allen Mitgliedern und Gästen.

Die Karnevalsgesellschaft Bremer Platz ist in den Münsterischem Karneval bestens integriert. Die aktive Mitarbeit im “Bürgerausschuss Münsterischer Karneval” unterstreicht die Tatsache, das am “Bremer Platz” nicht nur feste gefeiert, sondern auch feste gearbeitet wird.

Der begehrte Sonderorden im 333er Gold Nariverdio Monasteria”, der seit 1990 jährlich an verdiente “aktive” münsterische Karnevalisten vergeben wird, verdeutlich die Zielsetzung der Karnevalsgesellschaft.

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